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Likör selber machen

Cassis, Sanddorn-Likor oder Rumtopf, einfach und genial

Kirschlikör

Egal, ob Himbeeren, Brombeeren, Kirschen, Johannisbeeren oder Sanddorn: Es gibt kaum etwas Schöneres, als Früchte aus dem eigenen Garten zu ernten. Doch schnell kann es schon eine große Menge werden, die die Erntekörbe anfüllt. Undenkbar, all das komplett frisch essen und zubereiten zu können. Da lohnt es sich, über eine Haltbarmachung nachzudenken, bei der das Selbermachen von Saft, Marmeladen oder Kompott meist die erste Wahl sind. Aber auch Likör, ebenso unter dem Namen „Aufgesetzter“ bekannt, kann eine wunderbare Variante sein, die nicht nur äußerst lecker, sondern auch unglaublich simpel herzustellen ist.

Einfach lecker, traumhaft gut

Sanddornlikör

Ganz klassisch kommen bei den Basis-Rezepten auf 500 Gramm Früchte 250 Gramm Zucker, meist Krümelkandis. Aufgefüllt wird alles mit 750 Millilitern Schnaps. Die Mischung wird in Flaschen gefüllt, in denen sie mehrere Wochen in einem dunklen Ort ziehen kann. Danach wird der fertige Likör durch ein feines Tuch gefiltert und in möglichst dekorative Flaschen gefüllt.
Ein guter Aufgesetzter schmeckt übrigens nicht nur pur, sondern macht sich auch gut zu Eiscreme, Kuchen oder Pudding. Gleichzeitig ist selbstgemachter Likör auch eine wunderbare Geschenkidee für Freunde und Familie.

Eine gute Basis

Johannesbeerenlikör

Als Alkohol wird in Deutschland häufig Korn verwandt. Doch auch hier ist erlaubt, was gefällt. Wodka empfiehlt sich für diejenigen, die eher sanfte Varianten bevorzugen oder auch als hervorragende Ergänzung für Zitrusfrüchte, Whiskey-Liebhaber nutzen das „Wasser des Lebens“ gerne als Grundlage für Apfel- und Birnen-Liköre. Bei der Herstellung von Pflaumen- oder Kirsch-Likör empfiehlt sich am ehesten Rum als Basis, bei Mirabellen und Quitten Weinbrand. Im Endeffekt gilt aber: Der persönliche Geschmack entscheidet.

Variantenreich lecker

Quitten, Vanillestangen und Zucker

Experimentieren ist natürlich erlaubt. Die Zugabe von Vanille, Zimt oder, etwas gewagter, Nelken-Gewürz kann einen besonderen Kick geben, ebenso eine Prise Chili oder Ingwer. Manche mischen sogar Frucht- oder Lakritzbonbons hinzu. Auch Kakao oder Kaffeebohnen können als Zugabe charmant sein.
Haltbar ist selbstgemachter Likör übrigens mehrere Monate. Allein bei der Verwendung von Sahne oder Ei verkürzt sich die Haltbarkeit drastisch auf zwei bis vier Wochen.

Cassis: purer französischer Genuss

Aufgesetzter Beerenlikör

Wer schwarze Johannisbeeren im Garten hat, ist in Sachen Likör-Herstellung ein Glückspilz. Denn Sie dienen der Herstellung des edlen Cassis, der vielen als Basis für den berühmten Kir Royal bekannt ist. Ja, und das Rezept ist dabei tatsächlich simpel. Für einen Cassis kommt auf ein Kilogramm schwarze, gewaschene Johannisberen sowie 500 Gramm Kandiszucker ein Liter Wodka oder Weinbrand. Hinzugefügt werden eine Vanilleschote und ein kleines Stück Ingwer. Die Mischung muss zwei Wochen an einem kühlen dunklen Ort gelagert werden und wird dann durch ein Tuch mittels eines Trichters in Flaschen abgefüllt. Ein wunderbares Getränk für lange Winterabende.

Rumtopf: in Schichten perfekt

junge Frau schmeckt ab

Viele kennen ihn noch aus den 70er Jahren, aber auch aktuell findet er wieder zunehmend Fans: der Rumtopf. Er besteht aus Früchten, die über das Jahr geerntet werden, Zucker und, wie der Name schon sagt, hochprozentigem Rum.
Gestapelt wird in einem speziellen Topf aus Steingut oder Keramik mit einem Fassungsvermögen von mindestens 7 Litern.
Gestartet wird im Juni, meist mit Erdbeeren, geendet wird im Oktober, hier vorzugsweise mit Zwetschgen.

Alle vier Wochen kommt eine Schicht mit Früchten à 500 Gramm in den Topf. Man beginnt mit den ersten Früchten und vermischt sie mit 500 Gramm Zucker. Danach lässt man sie ein bis zwei Stunden ziehen. Schließlich wird die Mischung in den Topf gegeben und alles so mit Rum aufgefüllt, dass die Früchte vollkommen abgedeckt sind und noch eine Daumenbreite an Rum übersteht. Damit die Früchte nicht nach oben schwimmen, sollten Sie mit einem aufgelegten Teller hinuntergedrückt werden. Der Topf wird dann mit Folie luftdicht verschlossen und kühl gelagert. Hin und wieder sollte nachgeschaut werden, ob Rum nachgefüllt werden muss.

Alle vier Wochen wird mit Früchten der Saison immer weiter verfahren, allerdings mit einer geringeren Zuckermenge. Es empfehlen sich 250 Gramm pro Vorgang. Es wird einfach geschichtet, auf keinen Fall durchgerührt.
Drei Wochen nach der Zugabe der letzten Schicht werden noch einmal ca. 350 Gramm Rum nachgegossen.
Einfach noch eine Woche warten – und der Rumtopf ist fertig. Besonders lecker schmeckt er über Vanilleeis, auf Kuchen oder in Sekt.

Wichtig ist übrigens, immer nur reifes und einwandfreies Obst zu verwenden, das gut gewaschen ist.
Wer es etwas moderner möchte: TV-Köchin und -Bäckerin Enie van de Meiklokjes zeigt hier mit Moderator Jochen Bendel, wie es zeitgemäß geht.